Migräne


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Migräne ist eine besonders gefürchtete Kopfschmerzart, die bei vielen Betroffenen regelmäßig immer wieder auftritt.

Das Typische Kennzeichen für Migräne ist ihr halbseitiges Auftreten. Es ist also nur eine Hälfte des Kopfes betroffen. Diese Einseitigkeit tritt jedoch nur bei etwa 70% der Migräne-Anfälle auf.

Etwa ein Zehntel der Bevölkerung leidet mehr oder weniger häufig unter Migräne. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Häufigkeit und Dauer der Migräne-Anfälle

Bei den meisten Betroffenen treten immer wieder Migräne-Anfälle auf.

Ein Migräne-Anfall kann mehrere Stunden bis zu drei Tage lang andauern. In seltenen Fällen dauert ein einzelner Migräne-Anfall sogar länger als drei Tage.

Die Häufigkeit der Anfälle ist individuell sehr verschieden.

Bei Frauen, deren Migräne durch hormonelle Schwankungen ausgelöst wird, treten die Anfälle meistens im Rhythmus der Periodenblutungen auf. Bei einigen ist dies kurz vor der Periode der Fall, bei anderen währenddessen und bei anderen nach der Blutung.

Bei anderen Migräne-Patienten hängt die Häufigkeit der Anfälle mit der jeweiligen Ursache oder Auslöser zusammen.

Es gibt Menschen, die immer am Wochenende Migräne bekommen, wenn der Stress der Woche nachlässt. Andere bekommen die Migräneanfälle, wenn der Stress gerade akut ist.

Migräne-Aura

Etwa 20% der Migränepatienten erleben vor einer Migräne-Attacke eine sogenannte Aura, die etwa eine Stunde lang andauert.

Dabei kommt es zu unterschiedlich ausgeprägten Sehstörungen.

Einige der Betroffenen sehen zackige Muster, die an ein sternförmiges Fort erinnern. Daher heissen diese Sehstörungen Fortifikationen.

Bei anderen wird ein Teil des Sehbereiches unscharf verschwommen oder überscharf mit Details, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Diese Art der Sehstörung nennt sich Skotom.

Es kann auch zu einem teilweisen Ausfall des Sichtfeldes kommen, zu allgemeiner Unschärfe oder zu Verlust der 3D-Wahrnehmung.

Manche Migräne-Patienten sehen Muster in C-Form, die über ihr Sichtfeld wandern.

Außer zu Sehstörungen kann es bei der Aura auch verschiedenen Missempfindungen kommen, wie Kribbeln oder Taubheit. Auch der Geruchsinn kann durcheinander geraten, sodass man Gerüche wahrnimmt, die gar nicht vorhanden sind.

Schwindel ist ein weiteres, häufiges Merkmal einer Migräne-Aura.

Manche Migräne-Patienten, vor allem Kinder, erleben als Aura das sogenannte Alice-im-Wunderland-Syndrom. Sie haben den Eindruck, als wäre alles verkleinert oder vergrössert. Es kann sich auch so anfühlen, als wären sie selbst grösser oder kleiner.

Auch das Zeitempfinden kann verzerrt sein und es kann zu verschiedenen Halluzinationen kommen.

Die Bezeichnung Alice-im-Wunderland-Syndrom leitet sich von dem Roman Alice im Wunderland her, in dem die Heldin Alice ähnliche Phänomene erlebt. Der Autor des Buches, Lewis Caroll, litt unter Migräne und kannte daher die Erscheinungen, die man bei einer Migräne-Aura erleben kann.

Manche Menschen erleben Migräne-Auras auch ohne nachfolgende Kopfschmerzen.

Bei anderen Menschen können ähnliche Aura-Phänomene die Vorboten von epileptischen Anfällen sein. Epilepsie und Migräne stehen in einem relativ engen Zusammenhang zueinander, der jedoch erst noch ausreichend erforscht werden muss.

Der Vorteil einer Migräne-Aura kann für manche der Betroffenen sein, dass sie bereits frühzeitig wissen, dass ein Migräne-Anfall droht. Sie können sich dann schon im Vorfeld in einen ruhigen Raum zurückziehen und eventuell eine leichte Schmerztablette nehmen, um das volle Auftreten des Migräne-Anfalls aufzuhalten.

Auch naturheilkundliche Anwendungen können in manchen Fällen das Auftreten eines Migräne-Anfalls verhindern, wenn man sie schon in der Aura-Phase einsetzt. Man kann es beispielsweise mit Akupressur, Nacken-Massage, kalten oder warmen Wassergüssen, Wasser trinken oder der Heissen 7 der Schüssler-Salze probieren.

Art der Migräne-Schmerzen

Die Kopfschmerzen bei Migräne sind in den meisten Fällen halbseitig. Die Seite kann jedoch während des Anfalls oder von Anfall zu Anfall wechseln.

Viele Migräne-Patienten haben eine bevorzugte Schmerzseite, auf der es häufiger zu Schmerzen kommt als auf der anderen Seite.

Bei einem knappen Drittel der Migräne-Patienten treten die Schmerzen beidseitig auf. Bei ihnen wird die Migräne häufig nicht als solche erkannt.

Stirn, Schläfen und der Bereich um die Augen schmerzt meistens stärker als der Rest des Kopfes.

Die typischen Migräne-Schmerzen sind ziemlich stark bis hin zu sehr stark.

Sie pochen und pulsieren meistens, vor allem, wenn sie voll ausgeprägt und stark sind.

Wenn man sich bewegt oder vornüber beugt, nehmen die Schmerzen im Allgemeinen erheblich zu.

Am besten werden die Schmerzen ausgehalten, wenn man sich in einem dunklen, stillen Raum hinlegen und die Augen schließen kann.

Begleitsymptome der Migräne

Ausser zu Kopfschmerzen kann es bei Migräne auch zu weiteren Beschwerden kommen.

Typische Begleiterscheinungen bei Migräne sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Geruchsempfindlichkeit
  • Schwindel

Ursachen und Auslöser

Über die genaue Enstehung der Migräne sind sich die Forscher noch nicht sicher.

Es gibt verschiedene Theorien über die Vorgänge im Körper, die bei einem Migräne-Anfall ablaufen:

  • Krampfartige Erweiterung der Blutgefässe im Gehirn.
  • Entzündungsvorgänge in den Blutgefässen des Gehirns.
  • Erhöhte Erregbarkeit im Gehirn und Reizung der Hirnrinde und des Trigeminusnervs.
Die drei Theorien ergänzen einander und wahrscheinlich treffen sie alle drei in kombinierter Form zu.

Diese Theorien erklären jedoch noch nicht, warum es zu der Migräne kommt.

Bei vielen Migräne-Patientinnen kann man hormonelle Schwankungen im Verlauf des Menstruationszyklus als Hauptursache feststellen. Auch eine Erhöhung des Östrogen-Spiegels im Verhältnis zum Progesteron (= Östrogen-Dominanz) kann eine häufige Ursache für Migräne bei Frauen sein.

Bei anderen Migräne-Patienten spielt Stress eine wichtige verursachende Rolle.

Die Neigung zu Migräne kann in einigen Fällen auch vererbt werden. Man beobachtet nämlich eine familiäre Häufung bei Migräne.

Häufig werden Migräne-Attacken auch durch bestimmte Auslöser (Trigger) hervorgerufen.

Folgende Auslöser sind relativ häufig:

  • Alkohol
  • Nahrungsmittel mit Glutamat (China-Restaurant-Kopfschmerzen)
  • Nahrungsmittel mit Histamin, Tyramin oder Serotonin:
  • Rotwein
  • Schokolade
  • Tomaten
  • Käse
  • Kaffee
  • Verschiedene Medikamente
Manchmal scheinen bestimmte Nahrungsmittel nur als Auslöser, sind es aber nicht. Einige Migränepatienten haben nämlich in der Vorphase eines Migräneanfalls Appetit auf bestimmte Nahrungsmittel. Wenn sie die dann essen und anschliessend kommt es zu einem Anfall wird fälschlicherweise das Nahrungsmittel als Auslöser angenommen. Stattdessen ist der Appetit auf dieses Nahrungsmittel ein Vorbote der Migräne-Attacke.

Behandlung

Wenn man seine persönliche Hauptursache für die regelmässigen Migräne-Anfälle kennt, ist es am wirksamsten, wenn man Möglichkeiten findet, diese Ursache zu verhindern (z.B. Stress oder Östrogen-Dominanz).

Vielen Migräne-Patienten hilft es, Entspannungstechniken zu lernen und sich insgesamt mehr Ruhe zu gönnen. Auch regelmässige körperliche Bewegung kann hilfreich sein.

Eine längerfristige Behandlung mit Pestwurz oder Mutterkraut-Präparaten kann die Häufigkeit und Schwere der Migräneanfälle verringern.

Beim akuten Migräneanfall hilft es meistens am zuverlässigsten frühzeitig ein Schmerzmittel einzunehmen und sich an einen ruhigen Platz zurück zu ziehen.

Bei extrem starken und/oder häufigen Migräneanfällen kann es sinnvoll sein, eine Schmerzambulanz aufzusuchen, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Bei Naturheilmethoden und Hausmitteln probiert man am besten aus, was im persönlichen Fall hilft und was nicht.

Siehe:

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